unitymedia-Übernahme durch Vodafone: Deal mit Telefónica soll EU-Kommission überzeugen
Die geplante Übernahme von unitymedia durch Vodafone hat bei den Wettbewerbshütern der EU starke Kopfschmerzen ausgelöst: Sie sorgen sich um den Wettbewerb. Nun hat Vodafone mehrere Maßnahmen vorgeschlagen, die der EU den Deal schmackhaft machen sollen. Unter anderen will Vodafone sein Kabelnetz für Telefónica öffnen.
Durch die Öffnung des Kabelnetzes könnte Telefónica bald deutschlandweit schnelles Internet, Festnetz und Fernsehen über Kabel anbieten und würde somit zum Full-Service Telco-Anbieter aufsteigen. Bislang vertreibt Telefónica mit Marken wie o2 und Blau vor allem Handytarife und DSL-Zugänge über das Kupferkabel. Durch den Großhandelsvertrag (Wholesale) mit Vodafone könnten Internetprodukte über das Kabelnetz an knapp 24 Millionen Haushalte hinzukommen.
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Fernsehen via IPTV soll Fernsehsender unabhängig vom Kabel-Netz machen
Vodafone will sich nach der Übernahme von unitymedia verpflichten, die Verbreitung von TV via Internet (IPTV) uneingeschränkt auch Telefónica zur Verfügung zu stellen. Damit würde zum einen der Trends zum Online-Fernsehen Rechnung getragen und zum anderen ein weiteres Problem der EU-Kommission aus dem Weg geräumt: Diese hatte Bedenken darüber angemeldet, dass Vodafone durch den unitymedia-Deal eine zu starke Position beim Thema TV via Kabel bekommen könnte.
Gewinner: Telefónica - Verlierer: Telekom
Sollte sich die EU auf das nun vorgestellte Maßnahmenpaket von Vodafone einlassen, so gäbe es einen eindeutigen Gewinner: Telefónica würde quasi über Nacht eine ganze Reihe von neuen Produkten vermarkten können, auch wenn Vodafone die max. Internetspeed im Wholesale-Vertrag offenbar zunächst auf maximal 300 MBit/s beschränken möchte. Das ist immer noch mehr als die maximale Geschwindigkeit von 250 MBit/s, die die Telekom über das klassische Kupferkabel (VDSL) erreichen kann. Für die Telekom würde der Markteintritt von Telefónica also ein herber Schlag ins Kontor sein.