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Wie funktioniert eigentlich TikTok?

31.08.2020 von

TikTok LogoTikTok ist ein chinesisches Videoportal und soziales Netzwerk, dessen Ziel es ist „das Leben der Menschen zu bereichern und zu inspirieren“. Und doch steht die App häufig in der Kritik. Wie sie funktioniert und wo sie Schwachstellen hat, erklären wir in diesem Artikel.
 
TikTok Startbildschirm

Was ist TikTok?

Die App, welche das Teilen von Videos ermöglicht, wurde im August 2018 der Nachfolger von der bereits bekannten App musical.ly. Seitdem verbreitet sie sich rasend schnell auf der ganzen Welt und erfreut sich größter Beliebtheit.

Dabei ist die Zielgruppe vor allem die jüngere Bevölkerung, die der Generation Z angehört. Da diese umgeben von modernen Medien aufgewachsen sind, fällt ihnen die Bedienung der App und der Umgang mit der öffentlichen Selbstdarstellung leichter.

Die spiegelt sich auch in den Nutzerzahlen wider, denn 66% der Nutzer sind unter 30 Jahre alt.

Dennoch ist TikTok aus Jugendschutzgründen nur für Teenager ab 13 Jahren freigeschaltet und Direktnachrichten innerhalb der App können erst ab 16 Jahren getätigt werden.

Eine Sperre übrigens, die sich leicht umgehen lässt und weiterhin für viel Kritik sorgt.

 

TikTok Video aufnehmen

Wie funktioniert TikTok?

Mit dem Anmelden bei TikTok erstellt sich jeder User ein eigenes Profil. Mit diesem kann er anderen Profilen folgen und selbst Follower gewinnen. Der Kern der App ist es, Videos aufzunehmen und zu teilen.

Um ein Video aufzunehmen, sucht man sich einfach einen Sound aus, oder erstellt selbst einen und nimmt dann mit der Handykamera ein dazu passendes Video auf. Es ist auch möglich, ein bereits bestehendes Video einzufügen. Neben dem Sound kann man außerdem noch Filter oder Spezialeffekte aussuchen und einfügen.

Die Länge des Videos ist zwischen 15 Sekunden und 5 Minuten frei variierbar. Das fertige Video wird dann geteilt. Dabei kann der Nutzer sich aussuchen, ob es nur für die Follower oder für alle Nutzer sichtbar sein soll. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, das Video gar nicht zu Teilen, sondern nur für sich zu speichern.
 

Die wichtigsten Inhalte

TikTok For You PageNeben den beliebten LipSync-Videos finden sich vor allem Tanz- und Comedy-Beiträge in der App. Um sich Videos von anderen Nutzern anzuschauen, muss lediglich die App geöffnet werden und man befindet sich auf der for you page (fyp). Diese ist an jeden Nutzer individuell angepasst und zeigt Inhalte, welche besonders interessant sein sollen.

Die Videos nehmen dabei den ganzen Bildschirm ein, sodass man sich nur auf eins zur Zeit konzentrieren kann. Durch ein Wischen nach links, wird man direkt zu dem Nutzer weitergeleitet, der das Video hochgeladen hat.

Die Videos erreichen durch teilen, liken und kommentieren eine immer größere Bekanntheit und können schnell zum viralen Hit aufsteigen. Um dies noch zu unterstützen, gibt es Challenges und die Videos können mit Hashtags versehen werden.

Dies wird vor allem bei der Entdecken Funktion wichtig, denn dort kann man nach bestimmten Hashtags oder Sounds suchen und sich Videos dazu angucken und verfolgen, wie die Nutzer die Challenges unterschiedlich umgesetzt haben.
 
 

TikTok DuettDie Duett-Funktion ermöglicht es außerdem mit einem Video auf ein bereits hochgeladenes Video eines anderen Nutzers zu reagieren, oder zu zweit an einem Projekt zu arbeiten. Das Interagieren steht hier im Mittelpunkt.

TikToks Erfolgsgeschichte

Trotz der immer wieder auftretenden Kritik klettert TikTok die Erfolgsleiter immer weiter nach oben. Vor allem die scheinbare Spontanität der Videos und das Fehlen von offensichtlichen Businessaccounts trägt zur Verbreitung der App bei. Dabei hatte sie einen eher holprigen Start.

Die damals noch musical.ly genannte App wurde von dem Mutterunternehmen ByteDance gekauft und in der ganzen Welt verbreitet. Auch damals war die App bei Jugendlichen schon sehr beliebt. Sie hatte allerdings den Ruf, Pädophile anzuziehen und Nutzerdaten an die chinesische Regierung weiterzugeben.

Für einen Imagewechsel entschied man deswegen, die App umzubenennen - und TikTok wurde erschaffen. Bis auf kleine Designanpassungen blieb die App aber größtenteils, wie sie war und auch ihre Sicherheit wurde nicht wirklich erhöht.

Und doch ging der Plan auf und kurzzeitig erstarb die Kritik an der App. Diese kurze Atempause reichte aus, um TikTok noch weiter zu verbreiten und zu einem festen Bestandteil in der modernen Medienwelt zu machen.

Doch vor allem die fehlende Konkurrenz sorgte weiterhin für Erfolg und Anfang Mai wurde TikTok bereits über 2 Milliarden mal heruntergeladen. Eine unglaubliche Zahll für eine noch recht junge App.

Kritik an TikTok

TikTok hat vor allem mit Vorwürfen zu nicht eingehaltenem Jugendschutz und Sexismus zu kämpfen. Die Privatsphäre der jungen Nutzer würde nicht genug geschützt und es werden die falschen Werte durch freizügige und aufreizende Videos vermittelt. Außerdem wurde ihr lange vorgeworfen, die Stimmen der homosexuellen Gesellschaft zu unterdrücken und deren Inhalte nicht zu fördern. Es gelang der App allerdings diese Vorwürfe zu entkräftigen und Pride ist zu einem der Kernthemen der App geworden.
 

Des Weiteren wird TikTok eine unprofessionelle Zensur vorgeworfen. Und das TikTok FilterUnternehmen darf tatsächlich zu Gunsten der chinesischen Regierung Inhalte entfernen. So gab es zum Beispiel keine Videos zu den Protesten in HongKong 2019.

Da TikTok zu 100% auf den Unterhaltungsfaktor setzt, vermeidet es bewusst Debatten und entfernt entsprechende Inhalte. Kritische Inhalte werden dabei maschinell gelöscht und auch Videos von psychisch oder physisch Benachteiligten werden oft ganz entfernt oder von der for you page verbannt.

Auch in Sachen Datenschutz schneidet die App nicht sonderlich gut ab. Das Sicherheitsunternehmen CheckPoint wies schon mehrfach auf Fehler innerhalb der App hin. Vorwürfe, die durch mehrere Hackerangriffe bestätigt wurden. Und doch werden kaum Verbesserungen vorgenommen.

TikTok ist in Sachen Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit ganz weit hinten in den sozialen Netzwerken und doch immer noch auf dem aufstrebenden Pfad. Denn obwohl die App im Moment schon wieder in der negativen Presse ist und die USA sogar Geschäfte mit dem Unternehmen ByteDance verboten hat, führt diese Konkurrenz nur zu noch
größerer Bekanntheit und immer mehr Downloads.