Test: Anlageberatung von Banken unbefriedigend
Wo findet man die beste Beratung, wenn man ein bisschen Geld gespart hat und es sicher und gewinnbringend anlegen möchte? Bei den klassischen Filialbanken offenbar nicht – zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Untersuchung der Stiftung Warentest, die nur wenigen Banken eine zufriedenstellende Anlageberatung bescheinigen konnte.
Da es zum Zeitpunkt des Tests allerdings kein festverzinsliches Wertpapier auf dem Markt gab, mit dem man eine jährliche Rendite von vier Prozent erwirtschaften konnte, hätte der Anlageberater zuerst darauf aufmerksam müssen, dass man bei seinem Geldanlage-Wunsch entweder sein Renditeziel reduzieren oder Abstriche bei der Sicherheit der Geldanlage machen müsste. Dies tat jedoch keiner der getesteten Anlageberater.
Darüber hinaus fragten die wenigsten Berater nach dem finanziellen Hintergrund ihrer Kunden, wie es das Wertpapierhandelsgesetz vorschreibt. Das Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet Unternehmen, die mit Wertpapieren handeln, zur Einholung und Dokumentation von Angaben des Kunden zu seinen Erfahrungen, Anlagezielen, Vermögensverhältnissen und seiner Risikobereitschaft. Ohne dieses Wissen ist es nahezu unmöglich, individuell passgerechte Empfehlungen vorzuschlagen.
Fazit: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“
Die beste Versicherung gegen schlechte Anlageberatung besteht darin, sich selbst in die Materie einzuarbeiten und sich vor dem Gespräch über die gängigsten Anlageprodukte zu informieren. Der gesunde Menschenverstand ist oftmals der beste Schutz vor risikoreichen und damit unsicheren Geldanlage-Produkten.